Speisekammer für Insekten

Speisekammer für Insekten

Der Garten hält Pollen und Nektar, Blüten und Blätter sowie Fleisch, also andere Insekten, als Nahrungsquelle für unsere kleinen Gartenbesucher bereit. Es gibt die unterschiedlichsten Mitesser: Manche sind winzig, manche putzig oder schön anzuschauen, andere eher etwas gruselig. Manche sind „Vegetarier“, andere „Fleischfresser“.

Blütenpollen und Nektar

Akelei mit Hummel Bienen, Wildbienen, Hummeln, Wespen und Solitärwespen ernähren sich von Pollen und Nektar. Schwebfliegen und Schmetterlinge ernähren sich nur von Nektar. Die Blüten bekommen als Gegenleistung von den Insekten die Bestäubung. Wichtigste Bestäuber sind die Bienen und die Hummeln. Aber auch Wespen, Schwebfliegen und Käfer helfen den Pflanzen bei ihrer Vermehrung.

Die Fresswerkzeuge der Insekten sind an die Blüten angepasst und sehr unterschiedlich. So haben Hummeln längere Saugrüssel als Bienen. Blüten, deren Nektar versteckt ist, wie Löwenmäulchen und Iris, sind typische Blüten für sie. Käfer und Schwebfliegen lieben flache Blüten.

Bienen

Biene in echter GoldruteEin Bienenvolk mit 20 000 Individuen kann am Tag bis zu 3 Millionen Apfelblüten bestäuben. Dabei sind Honigbienen blütenstet, das heißt, sie besuchen erst mal durchgängig nur diese Apfelblüten, bevor sie eine neue Pflanzenart anfliegen, da dies ökonomischer ist. Denn Blüten sind unterschiedlich aufgebaut, es erfordert eine bestimmte Technik, um an Nektar und Pollen zu kommen. Eine regelrechte Bienenweide ist Phacelia (Bienenfreund), das auch gerne zur Gründüngung im Garten eingesetzt wird.

Wildbienen

Knaeuelglockenblume

Knäuelglockenblume

Die kleineren Schwestern der Bienen haben oft andere Favoriten, als Honigbienen. Wertvolle Pflanzen für Wildbienen, die auch in ausreichender Zahl vorkommen, sind Wiesenschaumkraut, Hahnenfuß, Frühlingsplatterbse, Ehrenpreis, viele Glockenblumenarten, Beinwell, Klee, Traubenhyacinthen, Blausternchen, Glycine, Fettehennen und Blaukissen. Wildbienen finden ebenfalls Nahrung an Wildrosen und Kletterrosen mit ungefüllten Blüten, gefüllten Blüten fehlt meist der Pollen.

Hummeln

Hummel in Stockrose

Hummel in Stockrose

Trachtpflanzen für Hummeln haben tiefergelegene Nektardrüsen, damit die Hummeln ihren Rüssel entfalten können. Beliebte Hummelblumen sind daher Dost, Melisse, Thymian, Phlox, Borretsch, Beinwell, Stockrose, Gamander, Akelei, Lungenkraut und Primeln. Typisch sind ferner Blumen, in die sie hineinkrabbeln müssen, wie Fingerhut, Eisenhut, Lupinen und Marienglockenblume und Schwertlilien.

Wespen

Wespe auf GlockenblumeDie erwachsenen Wespen und Solitärwespen ernähren sich meist von Pflanzensäften. Für die Aufzucht ihrer Larven jagen sie auch Insekten, in erster Linie Fliegen, aber auch Larven und Raupen. Wespen suchen überwiegend scheiben-, schalen- oder glockenförmige Blüten auf, da sie einen eher kurzen Saugrüssel haben. Beliebt sind daher Doldenblütler wie Petersilie und Möhre sowie Thymian, Majoran, Dost, Blausternchen, Goldrute, Fettehenne und Flieder.

Käfer

Käfer an Gierschblüte

Käfer an Gierschblüte

Blumen mit Schalen- oder Scheibenblüten wie wilde Möhre, Giersch oder Holunder sind eher für Käfer und Fliegen geeignet, da sie leicht zugängliche Nektarien für die eher kurzrüsseligen Insekten haben. Käfer fressen auch Blätter an, fressen Blütenblätter und Fruchtknoten. Marienkäfer fressen Blattläuse, ebenso die Marienkäferlarve, wie auch die Schwebfliegen- und die Florfliegenlarve.

Florfliege

FlorfliegeX_1000_neuDie grazil gebaute zartgrüne Florfliege ernährt sich von Pollen, Nektar und den Ausscheidungen von Blattläusen. Tagsüber hält sie sich an der Unterseite belaubter Zweige auf. Sie klebt ihre Eier mit langen dünnen Stielen an Pflanzenstengeln oder Blättern. Die daraus schlüpfenden Larven sind tüchtige Läusevertilger. Im Herbst sucht sie sich unter Laub oder Baumrinde ein Winterversteck, überwintert aber auch oft in Gebäuden.

Schmetterlinge

Kleiner Fuchs

Kleiner Fuchs

Schmetterlinge trinken Nektar. Der Schmetterlingsstrauch ist für sie eine regelrechte Schmetterlingsweide. Eine begehrte Nektarquelle für den Distelfalter und das Tagpfauenauge ist die Fettehenne. Aber auch für Brennesseln sollte man im Garten ein kleines Eckchen reservieren, denn die Raupen des Kleinen Fuchs und des Tagpfauenauges leben auf Brennesseln. Taubnesseln sind ebenfalls Raupenfutterblumen.

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Alle Fotos: A. Sondermann