Materiallager für Vögel

Materiallager für Vögel

Ein nicht allzu aufgeräumter Garten ist ein wahres Materiallager für Vögel auf der Suche nach Nistmaterial. Ein verwehtes Schilfblatt auf dem Rasen kann da sehr willkommen sein. Vom letzten Sturm herabgewehte Zweiglein, eine Stelle im Rasen, wo das Moos überhand nimmt, eine Vogelfeder, die bei der Körperpflege auf das Beet geschwebt ist – all das sind hervorragende Materialien für den Nestbau.

Hoch in der Luft oder versteckt am Boden

Beutelmeise

Beutelmeise

Vögel bauen die unterschiedlichsten Nester für ihre Jungen. Manche Vögel bauen kunstvolle Kugelnester (Beutelmeise), andere offene Nester in den Zweigen, wieder andere erstellen ihre Nester auf oder in der Nähe des Bodens (Zaunkönig). Dabei verwenden sie meist Zweige, trockene Grashalme, kleine Wurzeln, Flechten, Moos und Lehm sowie anderes, zartes Pflanzenmaterial. Es kann auch schon mal vorkommen, daß hier ein kleines Stückchen Plastikfolie mitverarbeitet wird.

Freibrüter oder Höhlenbrüter

AmselnestAmseln bauen in Sträuchern oder Hecken aus Zweiglein, Moos, trockenen Grashalmen und feuchter Erde ein halbrundes, etwa 6 cm tiefes Nest, in dem es die Amseljungen später schön behaglich haben. Hoch in einer Astgabel fertigt der Buchfink ein kunstvolles, dickwandiges Napfnest aus Moos, Grashalmen und Spinnweben, das außen mit Flechten verkleidet ist.
Blaumeisen und Kohlmeisen sind Höhlenbrüter. Die Blaumeise fertigt ein Nest aus Moos und anderen weichen Pflanzenteilen, das mit Federn gepolstert ist. Das Kugelnest der Schwanzmeise aus Moos und Flechten wird mit bis über 2000 Federn ausgepolstert.

 

Kunstvolles Hängenest der Kleinsten

Sommer- und Wintergoldhähnchen verweben zunächst mit Hilfe von Gespinsten von Spinnen mehrere feine, herabhängende Seitenzweige äußerer Fichten- oder Tannenäste miteinander. Daran befestigen sie ein dickwandiges, kugeliges Hängenest aus Moos. Es werden bis zu 3000 kleine Federn verarbeitet, wodurch die Nester sehr haltbar und isolierend werden.

Bodenbrüter

Die Mönchsgrasmücke baut ihr Nest in dichter Vegetation in Bodennähe oder in Büschen. Es besteht aus feinen Halmen, kleinen Wurzeln und anderem zarten Pflanzenmaterial. Das Rotkehlchen fertigt ein Napfnest zwischen Baumwurzeln und anderen Höhlungen. Der Zaunkönig nistet dicht über dem Boden im Gebüsch, unter Wurzeln oder überhängenden Pflanzenbüscheln in einem kugeligen Moosnest.

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